Auch Edessa nciht arabisch
In der Zeitschrift Alhikma des Syrisch-Orthodoxen Vikariats in Jerusalem und der heiligen Stätten, hat Herr Mohamad Abulhamid Alhmad über die Geschichte der Heiligen Stadt Edessa (Urhoy) geschrieben. Doch wie es von panarabischen Autoren gewohnt ist die Bewohner der Stadt zu Araber erklärt.
Ich frage gezielt Herrn Alhamad, wie er zu der wissenschaftlichen Tatsache kam, dass die Bewohner Urhoys, Araber sind und dass diese nicht die Nachkommen der alten Assyrer, Chaldäer und Aramäer sind.
König Abgar V, der mit unserem Herrn Jesus Christus durch seinen Sekretär Hannan (der auch ein Maler war) korrespondierte und die erste christliche heilige Ikone das Bild mit dem strahlenden Gesicht des Erlösers. Dieser König mit den syrischen Nachfahren der Königsfahren sprach in seinem Königreich die syrische Sprache und schrieb mit der syrischen Schrift.
Ausgrabungen bei Ruinenhügeln und Höhlen in der Umgebung um Urhoy haben ergeben, dass sich hier schon 8000 Jahre v. Chr. Menschen angesiedelt hatten. Wissenschaftler reden davon, dass die erste menschliche Siedlung in kleiner Form sich befand. Viele Tausende, bevor arabische Stämme mit der islamischen Besatzung das Gebiet ansiedelten. Vermutlich hat der ruhmreiche assyrische König Namrud die Stadt gegründet. Im 4. Jh. v. Chr. wurde sie von Alexander erobert. Dessen Nachfolger bauten sie neu auf und gaben ihr den Namen Edessa “Stadt auf dem Wasser“. Ab 130 v. Chr. war Urhoy Sitz eines Königreiches, das später durch die Heiligen Mar Addai und Mar Aggai zum Christentum missioniert wurde und damit als erste christliche Reich wurde.
Urhoy war im 4. und 5. Jh. ein bedeutendes Zentrum des nestorianischen Christentums und war dann durch Mar Ephrem dem Syrer zu dem Glaube und den Lehren der syrischen Kirche zurückgekehrt. Und die Schule von Urhoy blühte, dass viele bekannte Lehrer der syrischen Kirchen dort lernten und lehrten wie die bekannten Dichter Jacob von Serugh und Mar Narsai und Ihr Bischof und Dichter Mar Rabula. Diese alle schrieben nicht auf Arabisch, sondern zum größten Teil auf Syrisch und auch viel auf Griechisch.
Die Bewohner Urhoys mussten ihre Söhne nicht nach Antiochien, Athen oder Beirut und Hirrapolis zum Studium schicken, wenn die mächtigste Schule und der theologischen Universitäten der Zeit im Osten haben. Urhoy wuchs zur Hauptstadt der syrischen Literatur und Sprache, dass auch Inder ihre Priester für Ausbildung und Studien nach Mesopotamien, zur Schule in Urhoy sandten. Und keiner hat dort jemals Arabisch gelernt.
Besonders die Nachbarstadt Harran mit ihrer Sin-Kult ist zu einem Zentrum der Kulturen geworden. Die Rolle, die Urhoy für verschiedene Religionen gespielt hat, und die heute noch vorhandenen historischen Spuren, haben die Region nachhaltig geprägt. Doch arabische Spuren gibt es nur ganz selten und nur für die Zeit nach dem Islam.
Die Bauweise der Stadt differenziert sich ganz stark von der arabischen Bauweise
Die in dem Museum ausgestellten Fundstücke spiegeln die früh- und spätgeschichtlichen Kulturen wider; sie stammen aus der Jung- und Altsteinzeit und gehören archäologisch der Zeit der Babylonier, Assyrer und der nachfolgenden Epochen an. Darüber hinaus existieren auch noch einige wenige Funde aus der Bronzezeit. Doch es sind keine Funde bekannt aus dieser Zeit, die die arabische Schrift aufweisen.
In einem weiteren Ausstellungsraum befinden sich besondere ethnographische Objekte der Region. Berühmt sind der "Mondgott" und die "Steinkatze". Es sind keine Zeichen da von den arabischen Göttern, in Arabien bekannt waren.
Im Jahre 608 fielen die Sassaniden unter Chosroes II ein, 625 wurde Urhoy von den Byzantinern unter Heraclius zurückerobert, aber nur für kurze Zeit. Erst im Jahre 638 besetzten die aus der arabischen Halbinsel stürmenden Muslime Urhoy.
Kaiser Romano Lakapenos hat im Jahre 942 (nicht im Jahre 945) die Bewohner von Edessa dazu aufgefordert ( und nicht von dem Kalifen Almutaqi) „das heilige Tuch mit dem Abbild des Herren“ ihm zu überliefern und belagerte deshalb die Stadt.
Im Jahr 1030 und nicht im Jahr 945 an die Byzantiner verkauften. Wir reden hier von einer wirklichen arabischen Herrschaft von ca. 300 Jahren. Wenn die Araber die Urbevölkerung des Gebietes sind, würden sie wirklich diese Heilige Stadt verkaufen?
Das Volk Urhoys kann aus den genannten gründen nicht arabisch gewesen sein, wenn in der Zeit vor der islamischen Besetzung, nichts nach Arabern in dem Gebiet nachweist.
Die Rede von Araber der Raha, kann nicht die Rede von der Urbevölkerung Urhoys sein, sondern nur von den angesiedelten arabischen Stämme nach dem Islam. Die jedoch nicht in der Lage waren, wie in weiten Teilen Syrien, die einheimische Bevölkerung zu assimilieren und das Land und die Kultur zu arabisieren.
Obwohl die Geschichte unseres Volkes und die Geschichte Urhoy vielen Historiker und die Sprache des Gebietes den Philologen bekannt sind, versuchen einige Schriftsteller, die Geschichte des Gebietes und die Geschichte der Urbevölkerung Mesopotamiens und Syriens zu verfälschen. Wenn der Schriftsteller jedoch behaupten will, dass die Araber der Stadt AlRaha etwa damals Syrisch sprachen und schrieben, so ist das doch ein ganz anderes Thema, worüber ich hier nicht schreiben will.
Die Urbewohner Urhoys, sind die Abkömmlinge der alten Völker der alten Reiche Mesopotamiens und Syriens.
Die Bewohner der Alten Sumer, Akkad, Assyrien, Babylon und der aramäischen Reiche haben sich schon damals in einander vermischt. Und aus welchen dieser Stämme und späteren Umsiedler haben sich die Bewohner Edessa gebildet.
Es geschah durchaus, dass vielen Christen Edessas, die nach der arabischen Eroberung und nach der Islamisierung großer Teile Mesopotamiens zum Islam übertraten, und zum Teil dann auch arabisiert wurden. Denn es war üblich, dass mit der Religion auch die Sprache des Eroberers übernommen wurde. Doch dies waren nur einige Hundert Jahren und dieser Einfluss war später mehr islamisch und rämischg. Dieses Volk ist nicht arabisch und stammt nicht aus der arabischen Halbinsel und das Arabertum und der Islam, wurden uns Hunderten von Jahren aufgezwungen.
Ich möchte als Schlusswort sagen, dass obwohl Urhoy im Laufe seiner Geschichte unzählige Male und von verschiedenen fremden Mächten okkupiert wurde, hat es nie seine Besonderheiten verloren.
Raif Toma
21.04.2005
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